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Geschichtliches zum Ralinger Bahnhof
Insbesondere auf Drängen des kaiserlichen Militärs wurde die Bahnlinie von Bitburg-Erdorf über Irrel, Ralingen, Igel, Trier Hbf am Vorabend des 1. Weltkrieges zügig fertiggestellt. Am 2.10.1911 wurde die Strecke Bitburg- Niederweis eröffnet, am 1.7.1912 die Strecke Niederweis- Irrel, am 1.9.1915 die Strecke Igel-Wintersdorf und am 15.10.1915 das noch fehlende Verbindungsstück über Wintersdorf- Ralingen nach Irrel für den Verkehr freigegeben. Zahlreiche Brücken mußten gebaut werden, riesige Erdbewegungen mußten durchgeführt werden, z.B. wurde ein 336 m langer Tunnel zwischen Ralingen und Godendorf gegraben, der 1914 fertiggestellt wurde. Der Abraum wurde u.a. in Ralingen aufgeschüttet und bildete das Fundament für den Ralinger Bahnhof. Im Herbst 1915 wurde Herr Michael Rauls zum 1. Bahnhofsvorsteher von Ralingen ernannt. Er stammte aus Nonnweiler , war verheiratet mit Frau Margarete Rauls und sie hatten 6 Kinder. Auf dem obigen Photo vom Herbst 1915 sieht man Herrn und Frau Rauls mit ihren beiden Töchtern Maria und Klara im Alter von 6 Jahren und 4 Jahren. Das Ehepaar Rauls bezog das Hauptbahnhofsgebäude. In der Parterre waren die Geschäftsräume, die Wartehalle, der Fahrkartenschalter und das Stellwerk für die Gleise, Weichen und Signale. Da die Sauerstrecke eingleisig war, mußte am Ralinger Bahnhof der Zug immer auf dem Nebengleis auf den Gegenverkehr warten. In der 1. Etage waren die Privaträume der Famile Rauls. Das Nebengebäude diente als öffentliche Toilette und als Stall für Hühner und Ziegen. Unterhalb des Bahndamms stand noch ein Nebengebäude. Hier wohnte der Betriebsassistent Herr Trierweiler, der dem Bahnhofsvorsteher zur Seite stand und ihn bei Abwesenheit vertrat. Herr Rauls war von 1915 bis 1925 Bahnhofsvorsteher in Ralingen, dann ließ er sich nach Schillingen versetzen.
Die Eisenbahnfahrt von Ralingen nach Trier dauerte damals, auch wegen der langsamen Dampflokomotiven, 1 Stunde.
Die Eisenbahnlinie Bitburg- Ralingen- Trier bestand 53 Jahre. Die letzte Bahnfahrt ( ein Schienenomnibus ) war 1968. Dann wurde der Ralinger Bahnhof zu einem Eisenbahner-Wohnheim umfunktioniert bis 1983. Zwei Jahre stand der Bahnhof leer, dann wurde der Bahnhof 1985 saniert und eine Landarztpraxis der Familie Dr. Schulz eröffnet.
Die Chronik wird fortgeführt ! Meine herzliche Bitte : Wer hierzu etwas beisteuern kann, wende sich bitte an Dr. Wolfgang Schulz, 54310 Ralingen, Tel. 06585/789 oder per Fax 06585/1372 !
Bilder vom Eisenbahnbau und Ralinger Bahnhof

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